Musical-AG

"Bühne, Bretter, die die innere Welt verändern."

Manfred Hinrich

Beschreibung der Arbeitsgemeinschaft Musical

Die Musical-AG vereint verschiedene Elemente der darstellenden Künste: Gesang, Tanz und Schauspiel. Vom Ansatz her ist sie einem ganzheitlichen Zugang zur Welt über musische Kreativität, vielfältige Sinneserfahrungen und das spielerische Ausprobieren szenischer Darstellungsmöglichkeiten verpflichtet.

Die Musical-AG ist projektorientiert: Jedes Jahr wird ein Musical bis zur Aufführungsreife erarbeitet und zum Abschluss im Sommer für die Mitschüler und die Schulgemeinde gespielt. Dabei gehören die wöchentlichen AG-Stunden ebenso zum Programm wie die Musical-Probentage.

Die darstellenden Künste wirken in besonderer Weise persönlichkeitsbildend und sind von daher für die Schülerinnen und Schüler des AMG eine ebenso wertvolle individuelle Bereicherung wie die Musicalvorstellungen für das Schulleben.

Die Musical-AG wendet sich an Schülerinnen und Schüler ab Klasse 7.

Orpheus in der Unterwelt (2018)

Sommernachtstraum

Berichte über die Musicals der vergangenen Jahre

"Dracula" (2015)

„Eimerweise Blut“ wollen zwei soeben zu Vampiren gewordene Einbrecher organisieren, doch die Nervenheilanstalt von Dr. Sewart lagert keine Blutkonserven. Da die beiden Neuen sich aber noch schwer tun mit dem für Vampire typischen Biss in den Hals, bitten sie die Bewohner der Anstalt um einen Aderlass – doch nur wirklich ganz frisches Blut ist das Lebenselixier der „Untoten“…

Eigentlich ist das englische Städtchen Huntington ein sehr beschaulicher Ort mit strengem Moralkodex, dem sich auch die Pflegerinnen der Irrenanstalt zu unterwerfen haben. Doch plötzlich verändern sich sittenstrenge junge Frauen quasi über Nacht und mutieren zu männerbetörenden Vamps. Man ahnt: Graf Dracula hat seine Hand  bzw. seine Eckzähne im Spiel und ist auf der Suche nach neuen Damen in seinem Vampir-Harem. Erleichtert wird ihm dies durch die nach gesellschaftlichem Aufstieg trachtende Mrs. Hawkins, die einen Maskenball organisiert, auf dem sie sich dem Grafen zwecks Eheschließung nähern möchte. Doch dieser ergreift die Gelegenheit, um sich seinerseits an die junge, gerade frisch mit Jonathan verlobte Mina heranzumachen, auf die er ein Auge geworfen hat. Schon ist sie auch in seinen Fängen, doch die energische und selbstbewusste Vampirexpertin Dr. Van Helsing überblickt sofort die Situation und versucht die Gefahr durch ein wirksames Gegenmittel abzuwenden: Sonnenlicht! So stirbt am Ende Dracula und sein Harem – doch die schon gebissene Mina hatte sich im Dunklen versteckt und beginnt nun mit Jonathan eine neue Vampir-Ära…

Die Zuschauer in der an zwei Abenden voll besetzten Halle erlebten eine zwei Stunden dauernde fulminante Aufführung. Dabei überzeugten die Darsteller der Musical-AG sowohl durch ihre gekonnten schauspielerischen, als auch durch ihre tänzerischen und gesanglichen Leistungen (Schauspiel und Tanz: M. Krome, Choreographie: Leonie und Michelle, Gesang: S. Matz). Begleitet wurden alle Gesangs- wie Tanzeinlagen durch die hervorragenden, schwungvoll präsentierten Stücke der Big Band (Leitung: G. Bähr und S. Matz) und des Ensembles der AG „Musik experimentell“ (A. Munz, die auch für die Gesamtleitung des Projekts verantwortlich war). Da ohne stimmige Technik kein Musical vor großem Publikum aufgeführt werden kann, hatte auch die Technik-AG (Leitung: Guido Bähr) ihren Anteil am Gelingen dieser Darbietung. Mit donnerndem Applaus bedankten sich die Zuschauer für eine rundum geglückte Musical-Aufführung, bei der sowohl Eltern als auch Lehrerinnen und Lehrer so manches unbekannte Talent ihrer Kinder bzw. Schülerinnen und Schüler entdecken konnten.

"Swinging St. Pauli" (2014)

„The Swing is on!“ – In den 1940er Jahren schwappt eine neue quirlige Musikrichtung aus Amerika nach Europa und die Jugend nimmt die mitreißenden Rhythmen begeistert auf. Doch in Hitlers Nazi-Deutschland wird diese sogenannte „entartete Niggermusik“ verboten.

Dies ist der historische Hintergrund für das Musical „Swinging St. Pauli“ (Musik: Martin Lingnau, Texte: Heiko Wohlgemuth und Edith Jeske), das von mehreren AGs des Albertus-Magnus-Gymnasiums als Gemeinschaftsproduktion (Gesamtleitung: A. Munz) aufgeführt wurde.

Ganz normale Jugendliche wie das Paar Alberta und Fritz, Heini, der sich in Beate verliebt, und Max, der sein Herz an Emma verliert sowie Max’ Schwester Anne, deren Verlobter schon lange an der Ostfront ist, wollen feiern, tanzen, das Leben genießen und den in Kürze bevorstehenden Frontbefehl vergessen. Damit man nicht auf dem Trockenen sitzt, wird auch schon einmal „Dr. Fusel“ organisiert, Schnaps aus den in Alkohol eingelegten Präparaten aus dem Naturkundemuseum. Die Jugendlichen treffen sich in Leos Bar, deren Besitzer Oscar sich dem Swing-Verbot der Nazis widersetzt und den jungen Leuten mit seiner Band mächtig einheizt. Der Gestapo allerdings ist Oscar und diese Bar schon seit längerem ein Dorn im Auge, und so versuchen Sturmbannführer Hundt zusammen mit seinen Untergebenen Arnold und Benold Stenzel durch unangekündigte Kontrollen einen Vorwand zum Schließen der Bar und zur Gefangennahme des Widerstandkämpfers Oscar zu finden, was aber zum Ärger Hundts immer wieder vereitelt wird. Mit seine Hände im Spiel hat dabei der Schieber Paul, der nicht nur Schwarzmarktware verkauft, sondern auch für den Widerstand arbeitet und gefälschte Pässe organisiert. Wie sehr der braune Terror immer wieder das Leben bestimmt, wird deutlich, als die Jüdin Emma auftritt, die bei Oscar, dem Freund ihres Bruders Jakob, Hilfe sucht, um aus Deutschland fliehen zu können, aber erfahren muss, dass ihr Bruder schon vor sechs Monaten von der Gestapo verhaftet und erschossen wurde.

Den Schauspielern ist es großartig geglückt, einerseits die Lebenslust der Jugendlichen beim Tanzen und Singen auszudrücken, andererseits aber auch sehr beklemmende Momente darzustellen. Das im Laufe eines Schuljahres erarbeitete Einfühlungsvermögen in ihre jeweiligen Rollen, in die damalige Zeit und in die Handlung führte zu einem Ergebnis großer Intensität. Dazu haben natürlich auch die zu den 40er Jahren passenden Frisuren und Kostüme sowie das Bühnenbild beigetragen.

Die Zuschauer in der zweimal restlos ausverkauften Albgauhalle konnten mehr als 75 Schülerinnen und Schüler auf der Bühne bewundern. Die Nachwuchs-Bläser der 6ten Klassen (Leitung: G. Bähr) zeigten ebenso ihr Können wie die große Big-Band (A. Munz; Dirigent: Felix Strnad), die nicht nur die Ouvertüre spielte, sondern auch in den Umbauphasen begeisterte. Die Band (A. Munz) und der Chor (S. Matz) standen zusammen mit den Schauspielern (Regie: S. Frank und A. Reimer) im Rampenlicht, um dem Publikum diese große, grandiose Show zu bieten. Die Band muss besonders hervorgehoben werden, denn sie meisterte nicht nur musikalisch anspruchsvolle Stücke mit Bravour, sondern es gelang ihr auch hervorragend, sich als Live-Begleitung auf die einzelnen Sänger und Tänzer einzustellen und so deren Darbietung erst zu ermöglichen. Last but not least muss auch die enorme Leistung der Technik-AG (G. Bähr) erwähnt werden, die sogar von ehemaligen AMG-Schülern sowie einem Schüler der AFR verstärkt wurde. Die Zuschauer erlebten eine mitreißende Darbietung und dankten den Mitwirkenden durch lang anhaltenden Applaus.

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