Religion

"Groß sind die Wege des HERRN, wer sie erforscht, der hat Freude daran."

Psalm 111,2

Allgemeine Informationen zum Fach Religion

Im Religionsunterricht werden die großen Fragen des Lebens thematisiert:

            - Woher kommen wir?

            - Gibt es ein Leben nach dem Tod?

            - Was ist der Sinn des Lebens?

            - Wie soll ich mich verhalten?

            - Gibt es einen Gott?

            - Warum glauben nicht alle an denselben Gott?

Inhalte

Miteinander leben

Die Schülerinnen und Schüler werden vertraut mit Formen des gelebten christlichen Glaubens ihrer eigenen Konfession, sie begegnen in ökumenischer Offenheit der anderen Konfession und lernen andere Religionen kennen.

Im sozialen Miteinander üben sie, ihre eigene Meinung zu vertreten, andere Standpunkte zu tolerieren und Konfliktsituationen gewaltfrei zu lösen. Hierbei sind christliche Werte, wie z.B. Nächstenliebe wegweisend.

Nach Gott und dem Sinn der Welt fragen

Die Schülerinnen und Schüler nehmen die Welt als Schöpfung Gottes mit allen Sinnen wahr. Sie werden angeregt, innezuhalten, zu staunen und sich über die kleinen und großen Dinge des Lebens als Geschenk Gottes zu freuen. Sie äußern und erweitern im Gespräch ihre Vorstellungen von der Welt, stellen Fragen nach der Wirklichkeit Gottes und dem Sinn des Lebens.

Die biblische Botschaft kennenlernen

Die Schülerinnen und Schüler begegnen Geschichten der Bibel als einer Grundlage des christlichen Glaubens. Die Erfahrungen der Menschen in der Bibel mit Gott beziehen sie auf ihre eigene Lebens- und Glaubenssituation. Auch menschliche Erfahrungen wie Angst, Scheitern, Schuld, Trauer und Tod sind Thema. Auf dem Hintergrund der Botschaft von Jesus Christus werden Wege angeboten, mit solchen Lebenskrisen umzugehen.

Miteinander feiern

Die Schülerinnen und Schüler können im Religionsunterricht einen Glauben einüben und reflektieren, der Freude und Vertrauen weckt und erfüllende Lebensziele zeigt. Gottesdienste und Gebet, Feste und religiöses Brauchtum gehören dazu.

Quelle: nach Flyer ‚Religionsunterricht  - Fragen nach Gott und der Welt‘, Herausgeber: Evangelischer Oberkirchenrat Karlsruhe und Stuttgart, Erzbischöfliches Ordinariat Freiburg und Bischöfliches Ordinariat Rottenburg-Stuttgart

Besonderheiten, Außerunterrichtliche Aktivitäten und FAQs

Besonderheiten

Drei Mal im Jahr finden ökumenische Schulgottesdienste statt. Der Einschulungsgottesdienst im September, der Advents- bzw. Weihnachtsgottesdienst und der Gottesdienst am Schuljahresende werden von Schülern und Religionslehrern für Schüler und Lehrer geplant und durchgeführt.

Ein einwöchiges Sozialpraktikum efolgt  in Klasse 9 in Kooperation mit dem Fach Ethik.

Außerunterrichtliches

Im Fach Religion finden Exkursionen wie beispielsweise der Besuch des KZ Natzweiler- Struthof in Klasse 10 in Kooperation mit dem Fach Geschichte, der Besuch einer evangelischen und einer katholischen Kirche in Ettlingen in Klasse 6 oder der Besuch des Gartens der Religionen in Karlsruhe statt.

Weihnachten im Schuhkarton 2019

FAQs - Antworten auf häufig gestellte Fragen zum Religionsunterricht

Kann mein Kind am Religionsunterricht teilnehmen, obwohl es nicht evangelisch oder katholisch ist?

Ja. Allerdings ist die Teilnahme dann verpflichtend für das gesamte Schuljahr. Eine Ummeldung zum Ethikunterricht geht nur innerhalb der ersten 14 Tage eines Schulhalbjahres.

Wie wichtig ist Religion im Vergleich zu den anderen Fächern?

Religion ist ein ordentliches Lehrfach und damit versetzungs- und gegebenenfalls auch abiturrelevant. Außerdem ist es als einziges Fach im Grundgesetz verankert.

Eine Zeitreise nach Karlsruhe vor 80 Jahren

Schülerinnen und Schüler berichten:

„In den letzten Stunden lasen wir die Geschichte Kaddisch für Ruth. Zu diesem Thema machten wir am 19.2.2018 einen Ausflug nach Karlsruhe. … Besonders blieb mir der alte Friedhof in Erinnerung. Es war sehr beeindruckend zu sehen, wie alt und verwittert manche Gräber waren. Die, von denen man die Inschrift noch erkennen konnte, waren sehr schön verziert, außerdem gab es viele verschiedene Symbole, die eine Bedeutung haben.

… Unsere letzte Station, die alte Synagoge fand ich ebenfalls beeindruckend. Wir gingen durch ein kleines Törchen. Umrandet von einem niedrigen Zaun und einem Beet war ein kurzer Weg zu einem Gedenkstein auf dem Boden, vor einer Mauer. Auf diesem Stein war in Hebräisch ein Satz abgebildet. Unseren Ausflug fanden wir alle informativ, interessant und ein bisschen traurig. Alles in allem war er eine tolle Erfahrung“.

Die Schülerinnen und Schüler der Klassen 6a und 6c kennen die Geschichte von Ruth Rosenberg und Kurth Witzenbacher aus dem autobiografischen Buch "Kaddisch für Ruth", das sie im Religionsunterricht gemeinsam lasen. Witzenbacher beschreibt darin seine Kinderfreundschaft als AchtJähriger zu der etwas älteren Ruth Rosenberg, durch die er eine jüdische Familie und deren Glaubenspraxis kennenlernt. Das Wohnhaus der beiden steht heute noch am Fasanenplatz, auf dem sie damals gemeinsam spielten. Auch die Schulen, die die Kinder besuchten, sind heute noch zu finden.

Am 10. November 1938 (Reichspogromnacht) erlebt Kurt den Brand der Karlsruher Synagoge, die er mit der Familie Rosenberg mehrfach besucht hatte. Wenige Wochen danach wird seine Freundin mit ihrer Mutter aus ihrer Wohnung deportiert. Heute befinden sich Stolpersteine mit ihren Namen vor ihrem einstigen Wohnhaus, die an sie erinnern. Der malerische, alte jüdische Friedhof, den die Jungen der sechsten Klasse nur mit Kippa betreten durften, gab einen weiteren Einblick in die Traditionen der jüdischen Gemeinde.

 Eva Guthmann und Isa Breitmaier

Weihnachtsgottesdienst

Der letzte Schultag vor den Weihnachtsferien begann mit dem traditionellen Gottesdienst, der dieses Mal in der Herz-Jesu-Kirche unter dem Motto: „Wege zur Krippe?!“ stattfand. Unter der Leitung der Religionslehrerinnen Sonja Vogel und Petra Wengler wurde die Vorweihnachtszeit näher betrachtet: Schülerinnen und Schüler der 10 Klasse hatten dafür Bildeindrücke in der Ettlinger Innenstadt, aber auch im AMG gesammelt. Neben beleuchteten und geschmückten Straßen sah man auch die Jagd nach den Geschenken sowie den mit Klassenarbeiten bzw. Klausuren vollgestopften Terminkalender auf der Leinwand, wobei die Schüler der Technik-AG für die reibungslos funktionierende Projektion sorgten. Was aber bedeutet Weihnachten für die Einzelnen?

Dieser Frage gingen im Anschluss zunächst drei Schüler der 10c nach, die das Weihnachtsfest mit verschiedenen Schuhen verglichen: Ist es so langweilig und altbekannt wie ausgelatschte alte Schuhe? Oder gibt es gerade durch die immer gleichen Traditionen Halt und Sicherheit wie Wanderschuhe? Bräuchte es ein moderneres Outfit? Oder taugt es nur noch als Anlass für teure Geschenke, wie es z. B. ein Paar der angesagtesten Jordans darstellt? Dem Sinn des Weihnachtsfestes ging auch Frau Wengler in ihrer Predigt nach und beleuchtete dabei die vielen Umwege, Abzweigungen, Nebenwege und manchmal auch Sackgassen, die vom eigentlichen Weg abführten; denn auch wenn die Menschen gerade in der Adventszeit mit so vielen unterschiedlichen Dingen beschäftigt seien, so sei doch das Ziel, die „Krippe“, das Wichtigste: Man solle einfacher, stiller, wesentlicher feiern, die Geburt Jesu nicht aus den Augen verlieren.

Musikalisch umrahmt wurde der Gottesdienst zum einen instrumental von Schülern und Schülerinnen der Bläsergruppe (Finn Bader, Anna Brauweiler, Lina Burghardt und Tim Möller) unter der Leitung von Guido Bähr sowie von Laura Werner (Querflöte) und Bernhard Bagger (Orgel); ein besonderes Highlight aber war das souverän und ausdrucksstark vorgetragene Weihnachtslied „Die Weihnachtsfreude pustet keiner aus!“ der Schüler und Schülerinnen der Klassen 5a und 5d. Nach dem Gottesdienst fanden am AMG nicht nur die letzten Unterrichtsstunden des Jahres statt, sondern am Ende der zweiten großen Pause erwartete die Schüler der ad hoc formierte Lehrerchor, der zum Ausklang zwei weihnachtliche Stücke präsentierte.

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