Literatur und Theater

"Ich liebe es, Theater zu spielen. Es ist so viel realistischer als das Leben."

Oscar Wilde

Eine Stunde Irrenhaus im AMG

Am Donnerstag, den 14. Juni 2018, zeigte der Kurs „Literatur und Theater“ der Jahrgangsstufe 12 im Anschluss an die Vernissage des Kunst+ Projektes das Ergebnis seiner Arbeit im Bereich der darstellenden Künste.

Gestärkt durch Snacks und Getränke begaben sich die Gäste der Kunstausstellung nach ihrem ausgiebigen Rundgang in den Theaterraum des AMG, wo die 17 Schülerinnen und Schüler unter der Leitung von Sönke Frank Ken Campbells Stück „Henry Pilk‘s Irrenhaus“ in Szene setzten.

Das Publikum wurde eingeladen, sich von den irren Insassen einer Anstalt auf eine abenteuerliche Reise führen zu lassen, wobei alles ad absurdum geführt wurde. Wie wirklich ist die Wirklichkeit? Wer bin ich und wo beginnt mein Schatten-Ich? Bestimmt die Tischbeinlänge, ob ein Tisch ein Tisch ist? Warum bin ich kein Käse? Wer ist der Arzt, wer der Patient? In einzelnen Szenen, die alle grotesk und absurd die schmale Grenze zwischen Wahn und Wirklichkeit aufzeigten, konnten die Schülerinnen und Schüler zeigen, was sie in diesem Kurs an Praktischem gelernt hatten: Bühnenpräsenz, Raumaufteilung, Gestik und Mimik sowie natürlich auch die Kostümierung waren bestens abgestimmt auf dieses Panoptikum der Skurrilitäten. Dabei rückte immer wieder die Rolle der Sprache in den Fokus: Kann man das Sprechen in einem bestimmten Code durchhalten (immer nur das Gegenteil sagen)? Oder kann man mit dem Gegenüber stets gleichzeitig sprechen? Kann man immer nur das sagen, was das Gegenüber auf die eigentliche Aussage geantwortet hätte? Zwischen den Szenen führte ein Moderator im Bademantel (Rafael Harlacher) das Publikum durch ebenfalls schräge Überleitungen von einer Szene zur nächsten.

Die Schülerinnen und Schüler zeigten in beinah professioneller Weise, wie sie es verstanden, die im wahrsten Sinne des Wortes irrsinnigen Texte im Bühnenspiel umzusetzen und ihr Publikum von einer Lachsalve zur nächsten zu bringen.

Am Ende dankte Schulleiter Helmut Obermann noch einmal allen Schülerinnen und Schülern sowie den Kurslehrern für ihren Einsatz. Der Spendenerlös des Theaterabends fließt vollständig in die Finanzierung eines weiteren Stolpersteines.

Spione

Henry Pilks Irrenhaus

Der Ansager und der Hammerzeh

Der Mann, der nichts mehr unterscheiden kann

Ein Mann wirft sich weg und falsch gebucht

Ein Mann wirft sich weg
Falsch gebucht
Falsch gebucht

Socke in der Suppe

Und weitere Szenen

Umbau
Unsichtbarkeit oder die beiden Ehefrauen
Wie lange geht das schon?

Landeswettbewerb "Deutsche Sprache und Literatur"

Natalie Friedrich ist Preisträgerin beim Landeswettbewerb 2018

Seit über 20 Jahren veranstaltet das Kultusministerium Baden-Württemberg den Landeswettbewerb „Deutsche Sprache und Literatur“. Dabei werden besonders interessierte und begabte Schülerinnen und Schüler der Oberstufe dazu angeregt, sich intensiv mit ihrer Muttersprache zu beschäftigen. Etwa, indem sie sich mit Werken der deutschen Literatur oder den Erscheinungsformen der heutigen Literatur auseinandersetzen oder indem sie eigene Wahrnehmungen, Beobachtungen, Reflexionen und Phantasien sprachlich gestalten.

Letzteres sehr eindrucksvoll gelungen ist Natalie Friedrich aus der Jahrgangsstufe 11 des AMG. Im Rahmen des Unterrichtes im Kurs „Literatur und Theater“ reichte Natalie ihren fünfseitigen Beitrag zum Thema „Unverhofft kommt oft - Schreiben Sie eine klassische Kurzgeschichte“ ein. Der Text beschreibt eindringlich die alltäglichen Situation eines älteren Ehepaares zu Hause. Der an Demenz erkrankte Mann erkennt kaum noch seine Frau und hat größte Mühe, ganz einfache Tätigkeiten zu beherrschen. Der genau beobachtete, präzise formulierte und in seiner Kürze äußerst wirkungsstarke Text spielt souverän mit den Merkmalen der Gattung Kurzgeschichte und entwirft eine Situation, die gleichzeitig zu Gedanken Anlass gibt und schlichtweg zu Herzen geht.

Für ihre herausragende Arbeit wird Natalie Friedrich, die auch in der baden-württembergischen Slam-Poetry-Szene schon mehrfach ihr sprachliches Können unter Beweis gestellt hat, vom 10. bis 13. Juli an einem Seminar im Kloster Schöntal im Jagsttal gemeinsam mit den anderen 18 Preisträgerinnen und Preisträgern teilnehmen. Am Ende des Preisträgerseminars steht dann die feierliche Preisverleihung, die Natalie gleichzeitig den Zugang zum Bewerbungsverfahren für die „Studienstiftung des Deutschen Volkes“ ermöglicht.

Das ganze Albertus-Magnus-Gymnasium freut sich mit Natalie Friedrich über die hohe Auszeichnung und natürlich auch auf weitere Texte von ihr.

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