Latein

"Omnia mutantur nihil interit"

Alles ändert sich, nichts geht zugrunde

Ovid

Latein lebt!

Latein bietet Schülerinnen und Schülern in der Auseinandersetzung mit 3000-jähriger Geistesgeschichte ein vertieftes Verständnis für die antiken Wurzeln unserer abendländischen Kultur.

Als Basis- und Grundlagenfach für das Deutsche und die modernen Fremdsprachen gehört der Lateinunterricht seit Jahrhunderten unhinterfragt zum gymnasialen Bildungsweg. Nicht umsonst gilt die zeitlose Sprache Latein, die, wie es der Altphilologe Wilfried Stroh einmal formuliert hat, ihren „eigenen Tod überlebt hat“, als „regina linguarum“, als Königin der Sprachen. Sie lebt nicht nur in den romanischen Sprachen, sondern auch als Wissenschaftssprache in den Geistes- und Naturwissenschaften weiter. Damit leistet Latein einen wesentlichen Beitrag für die spätere Studierfähigkeit von Abiturienten an Fachhochschulen und Universitäten.

Latein wird am Albertus-Magnus-Gymnasium ab der 6. Klasse unterrichtet und ist bei vielen Schülerinnen und Schülern sehr beliebt. Im Abitur wird Latein aus guten Gründen gerne als schriftliches Prüfungsfach gewählt.

Außerunterrichtliches
  • Exkursion nach Rheinzabern in Jahrgangsstufe 6: Hier befand sich zu römischer Zeit eine bedeutende Manufakturwerkstatt zur Herstellung von Töpferware und Keramikgeschirr. Neben dem Besuch des Museums dürfen die Schülerinnen und Schüler mit eigenen Händen selbst ein Tongefäß herstellen.
  • Zweitägige Exkursion nach Trier in Jahrgangsstufe 10: Trier gilt als älteste Stadt Deutschlands. Es wurde im Jahre 17. v. Chr. unter Kaiser Augustus gegründet und spielte eine bedeutende Rolle als Kaiserresidenz in der Antike. Dementsprechend lassen sich auf engstem Raum die zum Teil sehr gut erhaltenen römischen Bauwerke wie die Porta Nigra, das Amphitheater, die Kaiserthermen, die Konstantinsbasilika und die Römerbrücke erkunden. Diese Römerbauten sind 1986 zusammen mit dem Trierer Dom in das UNESCO-Weltkulturerbe aufgenommen worden.
  • Weitere Exkursionen jahrgangsstufenübergreifend je nach Angebot.
  • Studienfahrten in den antiken Kulturraum in der Oberstufe wie zum Beispiel nach Rom oder Sizilien.
  • Projekttage zum Leben der Römer am Ende des Schuljahres.

Warum sollten Schülerinnen und Schüler heute Latein lernen?

Schülerinnen und Schüler der 10. Klasse haben eine Liste mit Argumenten und Gegenargumenten erstellt.

Die Antwort auf die Frage liegt bereits in der Frage: Sie beginnt sinnvollerweise nicht mit „wozu?“, sondern mit „warum?“, fragt also nach der Ursache, nicht nach dem Zweck.

Das mag unmodern scheinen, da die vorherrschende, ökonomisch geprägte Ideologie uns bekanntlich vorgibt, alles müsse eine konkrete Nutzanwendung haben und den größtmöglichen Profit abwerfen. Latein als Grundlagenfach entzieht sich bewusst dieser Logik und setzt eigene Akzente:

Wer Latein lernt, lernt historische, geistige und kulturelle Traditionen Europas kennen.

Dass wir auch heute noch Latein lernen, hat zuallererst nicht mit der Sprache, sondern mit Geschichte und Kultur und der damit verbundenen Prägung Europas zu tun. Latein ist ein starker, wirkungsmächtiger Träger dieser Traditionen. Sprache, Kultur und Geschichte des antiken Rom vermitteln uns außerdem Kenntnisse weiterer antiker Weltkulturen, vor allem  der griechischen.

„(…) Europa beginnt in Athen. Ohne Kenntnis des eigenen Herkommens, also der kulturellen Tradition, ist Europa nicht zu haben (…). „Es gehört zu den großen Irrtümern unserer Zeit, dass wir geneigt sind, Maßstäbe der Technik und der Wirtschaft auf alle anderen Sphären auszudehnen. (…) In geistigen Dingen gibt es kein Veralten. Es gibt nur das Vergessen“ (Ulrich Greiner, Die Begründungsfalle – Zur Legitimierung altsprachlicher Bildung, in: Forum Classicum 2, 2000, S. 84-94, hier S. 92).

Wer Latein lernt, nimmt aktiv teil an der Überlieferung von Bildung.

Latein wird einerseits heute kaum mehr aktiv gesprochen, hört aber andererseits nicht mit dem Untergang des Weströmischen Reiches auf zu existieren. Noch für mehr als ein Jahrtausend (!) blieb es die vorherrschende Sprache der Wissenschaften, der Diplomatie, der Kirche, des internationalen Austauschs und der Literatur. Dass wir heute die antiken lateinischen Quellen überhaupt lesen können, verdanken wir der Tatsache, dass Menschen, deren Muttersprache längst nicht mehr Latein war, für die Überlieferung dieser Texte gesorgt haben. Sie haben offenbar erkannt, welchen Bildungsschatz sie damit in Händen hielten, und wollten ihn für die Nachwelt erhalten und zugänglich machen. Es liegt an uns und unseren Schülerinnen und Schülern, mit diesem Schatz angemessen umzugehen.

Wer Latein lernt, lernt Sprache systematisch.

Latein ist heute keine Kommunikationssprache mehr, dafür aber umso mehr eine Reflexionssprache. Wer in das regelhafte System des Lateinischen eindringt, erkennt durch genaues Hinschauen grammatikalische und syntaktische Strukturen und lernt dabei, Sprache zu analysieren. Das bedeutet: Wer Latein lernt, lernt Sprache an sich.

„Während der Unterricht in den modernen Sprachen das besinnungslose Hineinwachsen ins Fremde, als ob es ein Eigenes wäre, als sein didaktisches Ideal pflegt, bringt die unumgängliche Anstrengung, die das Lateinische erfordert, zum Vorschein, wie Sprache überhaupt funktioniert“ (Burkhard Müller, Warum reden die denn so komisch?, in: Süddeutsche Zeitung vom 06.02.2018, S. 12).

Wer Latein lernt, lernt die deutsche Sprache besser kennen.

Das Übersetzen lateinischer Texte ins Deutsche schult die Ausdrucksfähigkeit in der Zielsprache – übrigens auch und gerade bei Kindern, deren Muttersprache nicht Deutsch ist. Wer Latein lernt, verwendet die eigene Muttersprache bewusster.

Wer Latein lernt, lernt problemlösendes Denken.

Jeder lateinische Satz stellt Schülerinnen und Schüler vor neue Herausforderungen – doch diese lassen sich unter Beachtung relativ einfacher Regeln bewältigen. Durch diese Erfahrung eines schrittweisen, manchmal auch anstrengenden Vorankommens, bei dem kein Multiple-Choice-Verfahren hilft, werden Schülerinnen und Schüler sich ihrer eigenen Fähigkeiten bewusst.

Nachdenken statt Ankreuzen – das ist Latein!

Wer Latein lernt, lernt kulturelle Offenheit und ideologiekritisches Denken.

Es ist völlig normal, dass sich viele Lateinlernende mit ihrem Lerngegenstand identifizieren – starke Gladiatoren, tapfere Legionäre oder reiche Römerinnen mit modischen Frisuren und luxuriösem Goldschmuck üben auf Kinder zunächst eine gewisse Faszination aus.

Doch dabei bleibt der Lateinunterricht nicht stehen; vielmehr werden Lebensweise und gesellschaftliche Ordnung der Römer hinterfragt und unangenehme Wahrheiten nicht verschwiegen, etwa die Ausbeutung der Provinzen durch skrupellose Statthalter, die römische Weltherrschaftsideologie oder die Sklavenhaltung als Grundlage des Wirtschaftslebens.

Gerade das, was uns heute fremd erscheint, kann und muss Gegenstand des Lateinunterrichts sein. Auf diese Weise kommt ein historisch-kultureller Lernprozess in Gang, der Schülerinnen und Schüler in die Lage versetzt, alle Aspekte des römischen Imperiums kennenzulernen und angemessen zu bewerten. 

Wer Latein lernt, lernt das Lernen.

Vokabeln lernen, Formen beherrschen, Satzkonstruktionen erkennen – auch darum geht es im Lateinunterricht. Es kann Mühe kosten, mit Sprache sinnvoll und nach festen Regeln umzugehen. Gerade dadurch aber trainiert und fördert Latein elementare Fähigkeiten wie Konzentration, Ausdauer und Selbstdisziplin – nicht nur für die Schule, sondern für das Leben.

Wer Latein lernt, lernt sich zu bilden.

Nicht nur unter sprachlichem Aspekt ist Latein ein Basisfach, dient es doch als Grundlage für alle romanischen Sprachen. Latein öffnet darüber hinaus die Tür zu den Grundlagen von Kultur, Philosophie und Politik und thematisiert elementare Fragen der menschlichen Existenz. Auf diese Weise verhilft Latein den Schülerinnen und Schülern zur Bildung ihrer Persönlichkeit – und damit zu dem, was Bildung eigentlich sein soll: nicht Ausbildung zu bestimmten, von wem auch immer vorgegebenen Zwecken, sondern Menschenbildung. In diesem Sinne ist Latein ein anspruchsvolles Fach.

Lebendiger Lateinunterricht

Exkursion nach Rheinzabern

In der 6. Klasse machen unsere Lateinschülerinnen und -schüler eine eintägige Exkursion nach Rheinzabern.

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Exkursion nach Trier

In der 10. Klasse machen die Schülerinnen und Schüler eine Exkursion nach Trier.

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Studienfahrt nach Rom

Schülerinnen und Schüler der Oberstufe machten eine Studienfahrt nach Rom.

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Weltkultur im antiken Italien

Schülerinnen und Schüler des Lateinkurses (KS 11) besuchten die Etrusker-Ausstellung in Karlsruhe.

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Latein-Geocache

Der Lateinkurs des Abiturjahrgangs 2016 hat ein Geocache erstellt.

 

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Verschiedenes

Natalie Friedrich aus der 10a hat eine Kurzgeschichten auf Latein und Deutsch verfasst.

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