„Der große Gatsby“

– Wilde Partys im New York der zwanziger Jahre auf der Bühne

„Das Spiel ist aus. Der letzte Bluff, der letzte Trumpf, der letzte Stich.“ Mit diesen Worten muss der große Jay Gatsby (Maja Springer) am Ende erkennen, dass nicht nur seine auf gewagten Krediten basierten Börsenspekulationen, sondern auch seine Hoffnung auf Daisy (Zoe Pawlowski), seine große Liebe, ein abruptes Ende gefunden haben: Er stirbt, erschossen vom Tankwart Wilson (Paula Winter), der glaubt, dass Gatsby seine Frau Myrtle (Lara Feistauer) überfahren hat. Doch Myrtle ist die Geliebte des Börsenmaklers Tom Buchannan (Maarten Lehmann) gewesen, der wiederum mit Daisy verheiratet ist, die in der Nacht den Unfallwagen fuhr.

Das alles erlebt Nick Carraway (Katherina Segerath), ein junger Aktienmakler auf Jobsuche, der nach New York City gekommen ist und zufällig Nachbar des mysteriösen Jay Gatsbys wird. Er ist sofort fasziniert von den rauschenden Festen dieses skurrilen Junggesellen. Er lernt die sich in diesen Kreisen bestens informierte Jordan Baker (Romy Pflaumer) kennen, die ihn in die Welt der New Yorker Börse einführt. Die Wall Street als Zentrum für das schnelle Geld, ausgelassene feucht-fröhliche Partys trotz Prohibition und dabei doch immer auch Probleme in den Beziehungen, weswegen sogar auch Detektivinnen (Helene Diebow und Lena Boländer), die Spy Girls, engagiert werden: Cocktails, Charleston, Jazz und sehr viel Geld durch skrupellose Börsengänge (initiiert von der über Leichen gehenden Frau Meyer Wolfsheim (Jasmin Kleemann)) sind die wichtigsten Zutaten dieser atemberaubenden Geschichte vom amerikanischen Traum, vom Tanz auf dem Vulkan, von Gier, von Leidenschaft und von der ganz großen Liebe. Neben den schon genannten Schauspielerinnen und Schauspielern sangen und spielten noch Lena Geisert, Laura Walterpacher und Vivienne Böpple.

Mitreißend und temporeich wurde in Songs (Gesang und musikalische Begleitung: Sebastian Matz und Julia Wolf) und Tanzeinlagen (Choreografie: Martha Manus) die Stimmung der wilden zwanziger Jahre eindrucksvoll auf die Bühne gebracht (Regie: Marietheres Krome, Assistenz: Sarah Kirchhoffer). Die Zuschauer erlebten an zwei Abenden in der gut besuchten Waldsaumhalle Oberweier ein fulminantes Musical, in dem die mitwirkenden Schülerinnen und Schüler durch ihre Bühnenpräsenz und sichtbare Spielfreude absolut überzeugen konnten.

Äußerst wichtig in einem Musical ist natürlich die musikalische Begleitung, ohne die nichts geht: Die von Guido Bähr geleitete Big Band verstand es, sowohl die Soli als auch die Chor- und Tanzstücke schwungvoll zu präsentieren. Schlussendlich sind auch die Jungen und Mädchen der Technik-AG (Stefan Geiselhart, Rebecca Lumpp, Cedric Mühlbeier, Bennet Oesterle und Chiara Schmider, Leitung: Guido Bähr) zu nennen, die für das Funktionieren der Headsets, für Lichteffekte und vieles andere mehr zuständig waren.

Mit langanhaltendem Applaus bedankten sich die Zuschauer für eine rundum geglückte Musical-Aufführung, bei der sowohl Eltern als auch Lehrerinnen und Lehrer so manches unbekannte Talent ihrer Kinder bzw. Schülerinnen und Schüler entdecken konnten. 

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