Suchtprävention, Gewaltprävention

Im Rahmen der Präventionsveranstaltungen am AMG konnten wir in diesem Jahr wieder Herrn Milbich in unseren 8. Klassen begrüßen.

Frank Milbich ist seit 2005 trockener Alkoholiker und hält seit vielen Jahren Vorträge an Schulen und anderen Bildungseinrichtungen, in denen er sehr offen über sein Leben und seinen Alkoholmissbrauch spricht. Dabei ist es besonders dieser Offenheit und Authentizität zu verdanken, dass er die SchülerInnen für die Gefahren im Umgang mit Alkohol sensibilisiert. In diesem Jahr wurde die Vorträge in allen Klassen dankenswerterweise von den Stadtwerken Ettlingen finanziert.

Im Folgenden der Erfahrungsbericht einer Schülerin:

Am 11.11.21 erwarteten wir Besuch eines Alkoholikers, der jedoch seit 16 Jahren trocken ist. Wie immer erwarteten wir jemanden, der uns nur die Gefahren und Folgen vom Alkoholkonsum berichtet, doch als der Mann sich als Frank Milbich vorstellte und von vornherein sagte, er wolle keine Predigt über das Thema halten, dachten wir uns schon, dass die Stunde vielleicht doch interessant werden würde.

Gleich zu Beginnerklärte uns Herr Milbich, dass wir unsere Fragen ohne Zurückhaltung und Scheu stellen sollten. Natürlich schossen sofort viele Arme in die Höhe. Und so beantwortete er diese ganz ehrlich und offen und begann uns somit seine Lebensgeschichte zu erzählen. Schon als 14 -hriger hat er angefangen, Alkohol zu trinken und wurde so langsam abhängig. Er gestand uns, dass er in seinen schlimmsten Suchtzeiten sogar einmal seinen Sohn im tiefsten Winter vor dem Supermarkt vergessen hatte. Da war es erst einmal ruhig im Klassenzimmer.

Er erzählte uns von seinem Besuch beim Arzt, der den „Schalter in seinem Kopf umlegte“. Der Mediziner sagte ihm, er hätte bei den Werten nur noch vier Wochen zu leben. Dies allerdings war dem damals Süchtigen regelrecht egal. Da der Arzt sich mit dieser Antwort nicht zufrieden gab, fragte er Herrn Milbich, ob er es wolle, dass sein 5-jähriger Sohn ohne Vater aufwächst. Diese Frage führte zum Entschluss, einen Entzug zu beginnen. Weil er in keine Entzugsklinik gehen wollte, beschloss er dies selbst in die Hand zu nehmen und so ging ab dem 01.01.05 jeden Abend zu einer Selbsthilfegruppe, die sich die ,,Anonymen Alkoholiker“ nennt und trank keinen Tropfen Alkohol mehr. Er beschrieb uns aber dabei auch die Qualen, die er während des Entzugs ertragen musste,

Durch die Offenheit und Ehrlichkeit von Frank Milbich verstehen wir es nun besser und bewundern auch, dass er kein Blatt vor den Mund nimmt. Darum möchten wir uns bei Ihm ganz herzlich für sein Kommen bedanken.

 

nach oben