Naturschauspiele

Die Stadt Bad Urach war das Ziel einer zweitägigen Exkursion des Geographie Leistungsfaches der Klasse 12, unter der Leitung Frau Keller-Collmars. Mit der Lage im Ermstal und dem Geopark Schwäbische Alb wurden uns nicht nur atemberaubende Szenerien in der kleinen Stadt geboten, sondern auch spannende Wanderwege und einzigartige Naturschauspiele.

Um 8:20 Uhr traf sich unsere Gruppe von 13 Leuten am Karlsruher Hauptbahnhof, von welchem wir über Stuttgart und Metzingen letztendlich um 11:20 Uhr an der Haltestelle Bad Urach mit dem Schienenersatzverkehr ankamen. Von hier aus ging es gleich zu Fuß los. Entlang des Wanderweges „Wasserfallsteig“ erreichten wir nach kurzer Zeit und einigen Steintreppen auch schon unser erstes Ziel, den Bad Uracher Wasserfall. Aus 37 Metern stürzt hier das aus einer Karstquelle kommende, kalkhaltige Quellwasser hinunter und bot uns ein einzigartiges Bild an terrassenartigen Kalktuffablagerungen und Oberflächenstrukturen.

Nach einigen weiteren steilen Stufen konnten wir diesen auch auf der „Hochwiese“, einem sogenannten Kalktuffklotz, von oben beobachten. Danach ging es weiter. Wir liefen über matschigen Waldboden und rutschige Blätter, entlang an unterschiedlichsten Kalkformationen des Weißen Jura, weiter steil aufwärts. Nachdem wir es bis ganz oben geschafft hatten, machten wir eine kurze Picknickpause am Rutschenhofen-Brünnle und betrachteten eine dortige Einsturzdoline, eine Karstform die wir im Unterricht bereits kennengelernt hatten. Nach kurzer Stärkung und dem Wechseln in wärmere Klamotten schauten wir von der Spitze der erklommenen Rutschenfelsen hinunter ins Tal. Die in 753 m Höhe liegenden 90m hohen Kalkfelsen schenkten uns eine spektakuläre Aussicht über Bad Urach, den naheliegenden „Runden Berg“ und einige Ruinen bzw. Burgen. Anschließend machten wir uns auf den Weg zur Herberge, auf welchem wir unter anderem noch zu den Gütersloher Wasserfällen mit beeindruckenden Sinterkalkterrassen hinabstiegen. Nachdem Trinkflaschen an den Wasserquellen gefüllt und Bilder geschossen wurden, liefen wir durch die Szenerie des bunten und herbstlichen Maisentals weiter, sodass wir um ca. 16:30 Uhr an der Jugendherberge ankamen.

Wir machten uns frisch, wechselten von Wanderausrüstung in Alltagsklamotten und trafen uns um 18 Uhr wieder vor der Herberge. Von dort aus liefen wir in die Innenstadt Bad Urachs zum Ristorante Rustica für ein schönes Abendessen mit dem ganzen Kurs. Als alle leergetrunken, ihre Pizza (teilweise auch ihre zweite) aufgegessen und die Reste für den nächsten Tag haben einpacken lassen, ging es auch schon wieder zurück zur Jugendherberge, wo wir den Abend in unserem Gruppenraum mit interessanten Gesprächen und dem Aufsagen von Zungenbrechern ausklingen ließen. Um 23 Uhr gingen dann alle erschöpft ins Bett.

Am nächsten Tag ging es nach einem stärkenden Frühstück, dem Verlassen der Zimmer und dem Vesperkauf in einer Bäckerei auf den „Weg in die Hölle“, unsere Freitagsroute. Über matschige, enge Wege mit nassem Laub und rutschigem Boden liefen wir über das Maisental hoch Richtung Hölle. Dort angekommen erblickten wir die „Höllenlöcher“, eine Szenerie an Felsklüften und Spalten, die sich im obersten Traufbereich bei Dettingen durch Verwitterung vom anstehenden Jura gelöst haben. Über Metallleitern konnten wir in diese Spalten hinabsteigen und diese auch von innen aus betrachten. Dieses Naturschauspiel war leider das letzte, was wir auf unserer Exkursion erreichten, da wir leider den SEV-Bus um 13:30 Uhr Richtung Metzingen erreichen mussten. So nahmen wir also den gleichen „Weg aus der Hölle“ zurück, atmeten noch einmal die frische Wanderluft ein und genossen die letzten Blicke auf das wunderschöne Bad Urach. Angekommen in Metzingen, nach einer turbulenten Busfahrt, stiegen wir dann in den Zug Richtung Stuttgart. Um 16:00 Uhr kamen wir nach Umsteigen wieder am Startpunkt unserer Exkursion, dem Karlsruher Hauptbahnhof, an und gingen alle erschöpft und müde nach Hause.

Es waren zwei atemberaubende und überaus tolle Tage in Bad Urach. Wir konnten viele neue Erfahrungen und Eindrücke sammeln voller Bewegung, Spaß und wunderschöner Aussichten. Vielen Dank an Fr. Keller-Collmar für die ganze Organisation und die schöne Zeit!

Dilara Basar im Namen des gesamten Geographie-Leistungskurses, Bilder: Lisa Friedrich

Impressionen von unseren Wanderungen

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