Seminarkurse (Klasse 11)
Thematik Stadt der Zukunft
Schuljahr 2025/2026
Fächer: Bildende Kunst und Geographie
Leiter: Krome / Keller-Collmar
Der Seminarkurs setzt sich mit den Möglichkeiten auseinander, Städte nachhaltig zu gestalten. Im 21. Jahrhundert, in dem Städte weltweit weiterhin viele Menschen anziehen und dadurch stark wachsen, spielt nachhaltige Stadtentwicklung eine überlebenswichtige Rolle. Sie befasst sich z.B. mit der Frage, wie wir in Zukunft zusammenleben wollen, welche Infrastruktur dafür notwendig ist, wie Wohnungsnot bekämpft oder dem Klimawandel entgegengetreten werden kann. Nachhaltige Stadtentwicklung bezieht soziale, ökonomische und ökologische Faktoren in ihre Überlegungen ein. Der Seminarkurs betrachtet und beurteilt verschiedene Möglichkeiten anhand internationaler Beispiele und setzt sich mit planerischen Ansätzen unterschiedlicher Größenordnung ebenso auseinander wie mit Details, z.B. in Form einer nachhaltigen Materialauswahl. Exkursionen veranschaulichen lokale Probleme und Lösungen. Die Schülerinnen und Schüler wählen für ihre Seminararbeit eine konkrete Fläche in der Umgebung aus, die sie, ausgerichtet an den Kriterien der nachhaltigen Stadtentwicklung und nach einer selbst gewählten Zielsetzung, umplanen.
Allgemeine Informationen über Seminarkurse
Exkursionsberichte des Seminarkurses 2025/2026
Besuch des RoofKIT im Rahmen der Science Week Karlsruhe.
Das Gebäude ist das Ergebnis zweijähriger Arbeit an zwei Instituten und gewann den Wettbewerb „Solar Decathlon Europe“ 2021/22 in Wuppertal. Mit dem Ziel, den enorm hohen Anteil der Bauwirtschaft am weltweiten CO2-Ausstoß und am Abfallaufkommen zu verringern, ist es vollständig auf Kreislaufwirtschaft ausgerichtet und besteht aus recycelten bzw. vollständig recycelbaren Baustoffen. So wurden z.B. Lehmbauplatten für die Innenverkleidung, Neptungras als Dämmung oder Küchenoberflächen aus eingeschmolzenen Joghurtbechern eingesetzt. Das kleine Wohnhaus wurde vollständig in Modulbauweise vorgefertigt und konnte nach der Wettbewerbsteilnahme problemlos demontiert und in Karlsruhe wieder aufgebaut werden. Das Gesamtkonzept der Wettbewerbsgruppe basiert auf der Idee, ein bestehendes Gebäude in Wuppertal aufzustocken, um Wohnraum zu gewinnen, ohne weitere Flächen zu versiegeln. Das Gebäude versorgt sich mit Strom und warmen Wasser mit Hilfe seiner PVT-Anlage auf dem Dach.
Der Einsatz recycelter Baustoffe wie z.B. Lagerfenster, Altholz oder wiederverwendeter Treppen führt zu einem völlig anderen Planungsablauf als in den letzten 200 Jahren üblich: Zwar plant man das Gesamtkonzept schon im Voraus, jedoch ist die Detailplanung erst möglich, wenn die Materialien gefunden sind - die Form folgt also dem vorhandenen Meterial.
Interaktiver Stadtrundgang durch Karlsruhe
Geführt von GloW, dem Verein „Globales Lernen – Wandel gestalten“, erkundete die Gruppe in einem interaktiven Stadtrundgang zentrale Orte in Karlsruhe wie den Marktplatz und den Kronenplatz und erfuhr, wie sich Hitze und Klimafolgen auf das Leben in der Stadt auswirken. Zwar gilt Karlsruhe durch den Schlosspark und die Grünanlagen als „grüne“ Stadt, dennoch wurde allen bewusst, dass die Gestaltung der zentralen Plätze in der heißen Jahreszeit nur bedingt zu einer Kühlung beiträgt. Es fehlt zum Beispiel an schattenspendenden Bäumen, was Studenten des KIT veranlasste, mobile Schattenspender, sog. komorebi für den Kronenplatz zu entwickeln.
Auch insgesamt 44 Trinkwasserbrunnen, verteilt über das ganze Stadtgebiet und aufgeführt im „Stadtplan für heiße Tage“, sollen die Hitze erträglicher machen. So kostete die Gruppe das Wasser des Trinkwasserbrunnens am Marktplatz und stellte fest, dass dieses kostenlose Angebot durchaus hilfreich ist, und das nicht nur an heißen Tagen. (Fazit: Immer einen Trinkbecher dabei haben!)
Deutlich wurde bei einem Gang durch die Ausläufer des Schlossparks, dass mehr Bäume, Fassadenbegrünung und weitere Grünflächen zu einer deutlichen Abkühlung der „Wärmeinsel Stadt“ beitragen könnten. Zuletzt wurden globale Fragen der Klimagerechtigkeit anhand einer mobilen Weltkarte eingeordnet und erörtert, bevor alle mit neuen Impulsen zur Recherche und zum Weiterdenken bereichert in die ersehnten Herbstferien starten konnten.
Thematik Nachhaltigkeit
Schuljahr 2021/22 und Schuljahr 2022/23
Fächer: Biologie und Geographie
Leiter: Ellersiek / Scherer
- Lernst du noch oder lebst du schon?
- Was ist dir wichtig?
- Wie willst du zukünftig leben?
- Welche Wünsche hast du für deine Zukunft?
- Was macht gutes Leben aus?
- Wofür lernst du?
Über diese und weitere Fragen wollen wir uns im Seminarkurs unterhalten. Dabei soll der Fokus auf den 17 nachhaltigen Entwicklungszielen liegen, die der Agenda 2030 zu Grunde liegen. Diese ist ein globaler Plan zur Förderung nachhaltigen Friedens und Wohlstands und zum Schutz unseres Planeten. Seit 2016 arbeiten alle Länder daran, diese gemeinsame Vision zur Bekämpfung der Armut und Reduzierung von Ungleichheiten in nationale Entwicklungspläne zu überführen.
Leitbild ist es, weltweit ein menschenwürdiges Leben zu ermöglichen und gleichzeitig die natürlichen Lebensgrundlagen dauerhaft zu bewahren. Dies umfasst ökonomische, ökologische und soziale Aspekte. Dabei unterstreicht die Agenda 2030 die gemeinsame Verantwortung aller Akteure: Politik, Wirtschaft, Wissenschaft,
Zivilgesellschaft - und jedes einzelnen Menschen.
Wir werden uns die verschiedenen Nachhaltigkeitsziele genauer betrachten und darüber sprechen, wie die Ziele der Agenda entsprechend umgesetzt werden (können) und wie man auch auf lokaler Ebene daran arbeiten könnte.