Das berühmte Lustspiel von Heinrich von Kleist wurde dort in einer modernen Fassung mit einem neu geschriebenen Schluss präsentiert.
Im Zentrum des Stücks steht ein scheinbar einfacher Fall: Ein Krug ist zerbrochen, und Dorfrichter Adam soll den Täter ermitteln – obwohl er selbst der Schuldige ist. Im Verlauf der Gerichtsverhandlung versucht er, durch Lügen, Ausflüchte und Einschüchterung seine eigene Tat zu vertuschen. Nach und nach bröckelt jedoch sein aufgebautes Lügengebäude.
Die Karlsruher Inszenierung setzt dabei einen besonderen Schwerpunkt: Sie macht deutlich, dass es nicht nur um eine komische Gerichtsszene geht, sondern um ernsthafte Themen wie Machtmissbrauch, sexualisierte Gewalt und patriarchale Strukturen. Besonders eindrücklich ist der neu hinzugefügte Schluss der Autorin Maria Milisavljević, der die Handlung in die Gegenwart verlängert und einen kritischen Blick auf gesellschaftliche Kontinuitäten wirft.
Für die Schülerinnen und Schüler war der Theaterbesuch eine spannende Ergänzung zur Lektüre. Die Inszenierung zeigte, wie aktuell ein über 200 Jahre altes Drama noch immer ist: Humor und Komik wechseln sich mit nachdenklichen und teilweise erschütternden Momenten ab. Gerade diese Mischung und die Transformation auf Ereignisse unserer Zeit, machte das Stück lebendig und regte dazu an, über Gerechtigkeit, Wahrheit und Verantwortung in unserer Zeit nachzudenken.
