Am 23. März 2026 besuchte Tom Rix, Doktorand der Informatik am deutschen Krebsforschungszentrum Heidelberg, die Begabten-AG Neurobiologie des Albertus-Magnus-Gymnasiums Ettlingen. Ziel der AG war es, biologische mit künstlicher bzw. digitaler Intelligenz zu vergleichen.
Herr Rix demonstrierte auf eindrucksvolle Weise, dass Antworten von KI-Modellen immer lediglich mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit zutreffend und nur durch Zugriff auf enorm große Datenmengen (meist aus dem Internet) überhaupt möglich sind. Zwar bedient sich KI vergleichsweise einfacher Algorithmen, diese müssen jedoch jeweils auf jeden einzelnen Datenwert angewendet werden. Das macht äußerst leistungsstarke Rechner erforderlich, die entsprechend energieintensiv betrieben werden müssen.
Im Experiment wurde zusammen mit den Schülerinnen und Schülern ein KI-Modell erstellt, welches reife von unreifen Bananen unterscheiden können sollte. Für eine treffsichere Unterscheidung wären für jede Kategorisierung enorm viele Bilder notwendig gewesen. Bananen wurden auch nur mit Wahrscheinlichkeiten von jeweils unter 100% erkannt und auch ein grüner Apfel ging (laut KI) als Banane durch. Das Training einer selbstlernenden KI, die nahezu treffsicher differenziert, wäre enorm aufwändig gewesen und hätte zu einer unüberschaubar hohen Datenmenge geführt. Bedingt durch ihre enorme Komplexität werden digitale Lernprozesse zur Blackbox.
Herr Rixs Forschungsschwerpunkt ist der Einsatz von KI in der Medizin. Man erhofft sich eine Entlastung von medizinischem Personal durch Automatisierung von Routinediagnosen und Verwaltungsprozessen, sodass mehr personelle Kapazität für herausfordernde und schwierige medizinische Fälle entsteht. Auch in der Früherkennung rechnet man mit Optimierungen, da KI sehr große Datenmengen verwalten und mit einer äußerst effektiven Sensorik arbeiten kann. Bilderkennung in Echtzeit im OP zur Identifikation von Blutgefäßen, Tumoren, der Durchblutungssituation von Organen, oder krankhaften Veränderungen gilt ebenfalls als vielversprechend. Andererseits dürfen die Möglichkeiten, die KI bietet, auch nicht überschätzt werden. Vieles bleibt trotz aller Fortschritte weiterhin aufwändig oder herausfordernd.
Ergänzend wurde der Lernprozess von KI mit dem einer Nervenzelle verglichen und im mathematischen Detail in einer vergleichsweise simplen Rechnung (vorausgesetzt man beherrscht die Oberstufenmathematik) nachvollzogen.
Wir möchten uns sehr herzlich für die sehr inspirierenden eineinhalb Stunden bei Herrn Rix bedanken!
