„Heimsuchung“ hat Heimat gefunden

Am 16. März besuchten die Deutsch-Leistungskurse die Inszenierung von „Heimsuchung“ nach dem Roman von Jenny Erpenbeck.

Regisseur Daniel Schüßler präsentierte gemeinsam mit der Choreografin Hanna Held eine eindrucksvolle und zugleich ungewöhnliche Interpretation des Werkes.

Die Inszenierung griff die Erzählweise des Romans auf und setzte sie konsequent in der dritten Person um. Unterstützt wurde das Bühnengeschehen durch den Einsatz von Videovisualisierungen sowie choreografischen Elementen, die das Geschehen auf eine zusätzliche, teils abstrakte Ebene hoben. Dadurch entstand eine dichte und vielschichtige Darstellung, die sich bewusst von klassischen Theaterformen abhob.

Die Reaktionen der Schüler:innen fielen zunächst gemischt aus: Zwischen Irritation und Neugier blieb vieles offen und regte zum Nachdenken an. Erst im anschließenden Nachgespräch konnten zahlreiche Eindrücke eingeordnet und neue Perspektiven auf die Inszenierung gewonnen werden. In der gemeinsamen Reflexion entwickelte sich schließlich ein insgesamt positiver Blick auf das Theatererlebnis.

Der Besuch bot somit nicht nur eine kreative Auseinandersetzung mit der Pflichtlektüre, sondern eröffnete auch neue Zugänge zu Inhalt und Form des Romans – und zeigte, wie vielfältig Literatur auf der Bühne interpretiert werden kann.