Interview mit zwei isländischen Lehrerinnen

Handyregelungen, Unterrichtszeiten und Mahlzeiten – Mia und Yvette von der Schülerzeitung Furunkel erkennen im netten Austausch Unterschiede.

Furunkel: Ist Ihnen bei ihrem ersten Besuch an einer deutschen Schule etwas Besonderes aufgefallen?

Ylfa und Solveig: Tatsächlich ja. Besonders die Thematik mit Handys. Wir dürfen unseren Schülern die Handys nur abnehmen, wenn wir Arbeiten schreiben, ansonsten nicht. Das heißt sie werden hier auch weniger genutzt. Zudem wie viele Schüler verschiedenen Alters hier sind. Wir haben nur Schüler zwischen sechzehn und neunzehn Jahren. Als letzten großen Punkt, wie viele verschiedene Fächer jeder hier lernen muss.

Furunkel. Wie unterscheiden sich den die beiden Schulsysteme?

Ylfa und Solveig: In Island auf der Schule, in der wir unterrichten, läuft es ein bisschen anders. Wir haben zwei mögliche Wege: naturwissenschaftlich und gesellschaftswissenschaftlich. Man kann die aber auch mischen. Wir haben keinen Gong, die Lehrer können entscheiden, wann der Unterricht beginnt und endet. Wir haben nur Doppelstunden. Die einzige Richtlinie, die wir haben: wir müssen jeden Tag drei Fächer unterrichten. Bei uns arbeiten etwa 70% der Schüler neben der Schule. Wie sieht das bei euch aus?

Furunkel: Bei uns sind es deutlich weniger. Je älter die Schüler sind, desto mehr arbeiten. Aber selbst in der zwölften Klasse arbeiten höchstens etwa 30%.

Furunkel: Wir haben gehört, dass Sie auf dem Weihnachtsmarkt waren. Wie fanden Sie es?

Ylfa und Solveig: Es war wirklich toll. Der hier in Ettlingen ist für uns schon sehr groß. Wir sind schon gespannt auf den in Karlsruhe, der ist ja noch größer! Aber wir haben auch hier in Ettlingen schon typisch deutsch gegessen. Es war anders, weil das Essen viel mehr Fleisch enthält. Aber trotzdem sehr gut. Was uns auch aufgefallen ist: es gibt sehr viele Kartoffelgerichte.

Furunkel: Gibt es bei euch besondere Traditionen?

Ylfa und Solveig: Eine Tradition, die wir nicht so mögen, ist das Essen von vergammelten Speisen, zum Beispiel saure Milch oder Gammelhai.

Furunkel: Vielen Dank für das nette Interview!

Ylfa und Solveig aus Island (Menntaskólinn við Sund - https://www.msund.is) besuchten das AMG im Rahmen von Erasmus+. Während ihres Aufenthalts nahmen sie an einem Jobshadowing teil und erhielten dabei vielfältige Einblicke in unseren Schulalltag. Das Interview wurde auf Englisch geführt.

Für die Schülerzeitung Furunkel