Ausgehend von einem Artikel, der Selbstregulation als „neue Superpower“ beschreibt, beschäftigten sich die Teilnehmenden zunächst mit drei grundlegenden menschlichen Bedürfnissen: Freiheit, Sicherheit und Sinn. Sind diese Bedürfnisse erfüllt, entsteht ein Zustand der Regulation - Menschen fühlen sich gelassen, entspannt und handlungsfähig.
Um diese Zusammenhänge greifbar zu machen, arbeitete die Gruppe mit einem großen blauen Dreieck auf dem Boden, dessen Ecken mit den Begriffen Freiheit, Sicherheit und Sinn beschriftet waren. Mithilfe von Kärtchen ordneten die Teilnehmenden verschiedene Situationen aus dem Schulalltag und dem persönlichen Erleben innerhalb dieses Dreiecks ein. So wurde sichtbar, welche Bedürfnisse beispielsweise durch Ferien, die Beziehung zu einer wichtigen Person im Schulkontext, eine selbst gewählte AG oder den letzten Schultag vor den Ferien besonders angesprochen werden und wie sich diese Situationen emotional anfühlen.
Ferien eröffnen einen großen Gestaltungsraum, wodurch vor allem das Bedürfnis nach Freiheit zur Regulation beiträgt. Die Beziehung zu einer bedeutenden Person im Schulalltag wurde dagegen überwiegend als sicher und sinnstiftend wahrgenommen. Besonders differenziert betrachtete die Gruppe den letzten Schultag vor den Ferien. Hier zeigte sich erstmals deutlich, dass an die Stelle der drei Basisbedürfnisse auch negative Emotionen treten können.
Im nächsten Schritt richtete die Gruppe den Blick darauf, welche Emotionen entstehen, wenn die drei Grundbedürfnisse nicht erfüllt sind. Fehlt Freiheit, entsteht häufig Wut. Wird Sicherheit vermisst, tritt Angst in den Vordergrund. Und wenn Sinn verloren geht, empfinden Menschen Trauer.
Dann wurde es still im Raum. Eltern, Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler sowie der Schulleiter setzten sich mit der Frage auseinander: Was macht mich eigentlich innerhalb oder außerhalb des Schulkontextes wütend, ängstlich oder traurig? Die Antworten wurden anonym auf Zetteln festgehalten und außerhalb des Dreiecks ausgelegt.
Die Vielfalt und Offenheit der Aussagen machte deutlich, wie unterschiedlich Menschen ähnliche Situationen erleben. Genannt wurden unter anderem Erfahrungen von Ausgrenzung, Egoismus oder Überforderung, aber auch die Angst vor neuen Lebensabschnitten oder das Gefühl, nicht gesehen zu werden. Gerade diese ehrlichen Einblicke schufen eine Atmosphäre des gegenseitigen Verständnisses und der gemeinsamen Reflexion.



