Bereits auf der Hinfahrt überlegten wir gemeinsam, welche Fragen wir während der Ausstellung beantworten wollten: Wie werden die Exponate haltbar gemacht und warum? Wie arbeiten Hormon- und Nervensystem zusammen? In welchen Bereichen des Gehirns entsteht eigentlich das Gefühl von Glück? Und welche Erkenntnisse nehmen wir darüber mit, was Menschen langfristig glücklich macht?
In der Ausstellung erfuhren wir, dass Glück nicht an einer einzigen Stelle im Gehirn entsteht, sondern durch das Zusammenspiel verschiedener Hirnregionen. Eine wichtige Rolle spielt dabei das limbische System, das unsere Emotionen verarbeitet. Die Amygdala ist unter anderem an der Verarbeitung von Angst beteiligt. Der präfrontale Cortex, der direkt hinter der Stirn liegt, bewertet die emotionalen Signale, ordnet sie ein und hilft uns dabei, überlegt zu handeln.
Deutlich wurde auch, wie eng Nerven- und Hormonsystem zusammenwirken und unser Denken, Fühlen und Handeln beeinflussen. Botenstoffe wie Dopamin, Serotonin, Noradrenalin und Oxytocin beeinflussen unsere Stimmung, Motivation und unser Sozialverhalten. Besonders spannend fanden wir das Belohnungssystem unseres Gehirns. Wird Dopamin ausgeschüttet, signalisiert das Gehirn: „Das war gut – mach das noch einmal!“ Dieser Mechanismus hilft uns zwar beim Lernen und Überleben, kann aber auch zur Falle werden. Denn nicht nur gesunde Erfahrungen, sondern auch Süßigkeiten, Junkfood, Alkohol oder Nikotin aktivieren das Belohnungssystem und können so das Risiko einer Abhängigkeit erhöhen.
Zum Abschluss beschäftigten wir uns mit der Frage, was Menschen langfristig glücklich macht. Eine Infotafel überraschte uns: Menschen mit Kindern sind laut Forschungsergebnissen weniger glücklich als Menschen ohne. Dennoch bewerten viele Eltern ihr Leben insgesamt als erfüllter. Warum ist das so? Kinder erfordern viel Einsatz, Zeit und Kraft, schaffen aber gleichzeitig unvergessliche gemeinsame Erlebnisse und geben dem Leben Sinn.
Auf der Rückfahrt diskutierten wir darüber, warum Familie uns dennoch glücklich macht. In der Familie erfahren wir Unterstützung und Verbundenheit. Dasselbe gilt auch für gute Freundschaften. So wurde uns bewusst, dass Glück zwar im Gehirn verarbeitet wird, langfristig aber vor allem durch Gesundheit und gelingende Beziehungen zu anderen Menschen wächst.