„Wie geht es denn diesem Burschen hier, während er das singt?“
Dieser Bursche, damit ist der junge Müllergeselle gemeint, der sich auf den ersten Blick in die bildschöne Müllerstochter verliebt hat, es aber nicht wagt sie anzusprechen. In seine Welt, den Liederzyklus ‚Die schöne Müllerin‘ von Franz Schubert, haben die Studierenden der Liedklasse von Prof. Fleischer die Schülerinnen und Schüler des Musik-LK mitgenommen. Dabei konnten sie hautnah miterleben, wie musikalische Interpretation im professionellen Kontext erarbeitet wird.
Im Zentrum stand der Unterricht der Studierenden, in dem gemeinsam an ausgewählten Stücken gearbeitet wurde. Besonders eindrucksvoll war die intensive Auseinandersetzung mit großen Interpretationsfragen. Die Studierenden setzten sich dabei intensiv mit der Gefühlswelt des Müllergesellen auseinander und versuchten, dessen innere Konflikte und Emotionen musikalisch zum Ausdruck zu bringen.
„Singen sie die Stelle ein Mal mit Sehnsucht und ein Mal mit Trotz.“
Anhand detaillierter Arbeit mit dem Notentext wurde erfahrbar, wie kleine musikalische Entscheidungen die Wirkung und den Gehalt eines Textes verändern können. Unterschiedliche Gestaltungsvarianten wurden ausprobiert, gehört und reflektiert, sodass die Verbindung zwischen Musik und Inhalt besonders deutlich wurde. Dabei ging Prof. Fleischer auch immer wieder auf die Meinung der Schülerinnen und Schüler ein, wodurch sie aktiv an der musikalischen Gestaltung beteiligt wurden. In gemeinsamen Diskussionsrunden durften Fragen gestellt werden, eigene Eindrücke geäußert und verschiedene Interpretationsansätze verglichen werden.
Der Besuch der Meisterklasse war eine wertvolle und inspirierende Erfahrung. Er ermöglichte dem Kurs nicht nur den Einblick in die professionelle musikalische Arbeit, sondern vertiefte auch das Verständnis für Interpretation, Ausdruck und musikalische Gestaltung.
Unser Dank gilt Frau Prof. Theisohn und Herrn Prof. Fleischer sowie den Studierenden der Liedklasse für die Organisation und die Offenheit. Danke, dass wir diese Erfahrung machen durften.


